Image des Jugendamtes
Welche Meinung haben die Leute zum ãJugendamtÒ
Um diese Frage zu beantworten haben schülerInnen der Berufsfachschule für Sozialpädagogik einen Interviewleitfaden an die hand bekommen und sind in kleinen Gruppen mit Diktiergeräten durch den Stadtteil gelaufen und haben Passanten befragt.
Interviewleitfaden
¥1. In der Praxis der Jugendämter wird die eher gute Arbeit belastet durch relativ manifeste Vorstellungen der Menschen, was ein Jugendamt ist und was es macht.
¥2. Diese relativ festen Vorstellungen erstrecken sich teilweise auch auf Multiplikatoren, wie z.B. Lehrer und Erzieher.
¥3. In dem Maß, wie man von einer herkömmlichen Sozialarbeit Abschied nimmt, wird das manifeste Image zur Belastung der Arbeit.
¥4. Insofern ist es sinnvoll, das Image zum Thema und damit bearbeitbar zu
machen.
4.1 Das kann man vor allem über eine Arbeit, die Vorurteile wiederlegt.
4.2 Das kann man aber auch über die direkte Arbeit am Image.
¥5. Dazu ist es erforderlich
5.1 für das Image sensibel zu machen,
5.2 das Image zu ergründen und
5.3 eine emanzipatorische öffentlichkeitarbeit zu realisieren.
¥6. Der Abschied von der herkömmlichen Sozialarbeit beinhaltet im wesentlichen eine Raumorientierung. Das heißt konkret, das man sich der Lebenswelt der Menschen zuwendet und aktiv mit ihnen spricht.
¥7. Dazu ist es eine Bedingung
7.1 daß man den Stadtteil kennt
7.2 daß man Methoden einsetzt, die bisher nicht selbstverständlich sind.
¥8. Vorschlag: Sie gehen in Dreiergruppen durch die Straßen (wo etwas los ist) und machen Tonbandinterviews zum Thema Jugendamt.
¥9. Dabei lernt man
9.1 den Stadtteil kennen
9.2 seine Menschen kennen
9.3 Vorstellungen zum Thema Jugendamt kennen
9.4 sich selbst zum Thema Jugendamt Gedanken zu machen
9.5 und eine praxisnahe Methode der Stadterkundung.
¥10. Die Fragen sind nicht vorgeschrieben! Sie können aber lauten:
10.1 Kennen Sie das Jugendamt?
10.2 Was macht das Jugendamt? -- Sagen Sie das bitte genauer!
10.3 Haben sie gute oder schlechte Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht?
10.4 Wo ist das Jugendamt in Osterfeld?
10.5 Wann würden Sie zum Jugendamt gehen?
¥11. In der Gruppe kann sich
11.1 eine(r) sich auf die Fragen konzentrieren
11.2 eine(r) sich auf die Tonbandtechnik konzentrieren
11.3 eine(r) sich auf die Beobachtung konzentrieren Ein Wechsel ist möglich.
¥12. Vorgaben:
12.1 Zeit: ca. 30 Minuten
12.2 Anzahl der Interviews: mindestens 5
Die Ergebnisse
Die Vorstellungen vom Jugendamt wurden für die folgende Präsentation in ihre Elemente zerlegt und in ziemlich zufälliger Reihenfolge aufgelistet. Sie geben insgesamt zwar ein Bild wieder, in dem sich auch der Realtyp und der Idealtyp des Jugendamtes spiegeln. Der Erfahrungstyp bleibt aber dominant.
Die überwiegende Anteil der Befragten hat sich nämlich ohne Not auf einer recht schmalen Ebene der Sachbereiche oder Werturteile beschränkt. Allein eine Fachkraft mit Insiderkenntnissen hat die Vielfalt der Arbeitsbereiche des Jugendamtes ins Spiel gebracht.
Quintessenz
Offenbar ist der Anspruch, das Jugendamt müsse nicht nur durch qualifizierte
Facharbeit, sondern auch durch innovative Arbeitsbedingungen und eine emanzipatorische
Image-Werbung auf sich aufmerksam machen, durch die gesammelten Antworten
gestützt. Einen Eindruck davon, was in einer angemessenen Image-Werbung zu
bewältigen wäre, bekommt man, wenn man den einen oder anderen Menschen auch
einmal Stellung nehmen läßt, weitere Aussagen sammelt und das alles zur Kenntnis
nimmt.--- Vielleicht versucht man es ja auch einmal selbst! Später könnte
man daraus eine weitaus schärfere Version der Befragung machen ...
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beim Interview auf der Strasse
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1 |
--- Ach Du liebe Zeit! |
| 2 | befaßt sich mit rechtlichen Fragen |
| 3 | berät und informiert |
| 4 | betreibt Jugendförderung |
| 5 | betreibt Jugendgerichtshilfe |
| 6 | betreibt Kindergärten |
| 7 | betreut Jugendliche, die zu Hause Probleme haben |
| 8 | betreut Kinder aus gestörten, nicht intakten Familien |
| 9 | betreut Kinder, die bei einem Elternteil aufwachsen |
| 10 | betreut Kinder, die woanders, z. B. im Heim, aufwachsen |
| 11 | betreut Problemfamilien |
| 12 | bietet Austauschprogramme mit Partnerstädten |
| 13 | bietet eine vielfältige Palette an |
| 14 | bietet einiges mehr |
| 15 | bietet Jugendlichen Gespräche, die nicht wissen, wo sie hin sollen |
| 16 | bringt gestrandete Jugendliche auf Vordermann |
| 17 | da kann man Geld beantragen |
| 18 | da muß ich meine Kinder fragen |
| 19 | die Mitarbeiter des Jugendamtes versuchen, Kindern zu helfen |
| 20 | entscheidet, ob ein Kind bleiben kann oder nicht |
| 21 | Erfahrungen sind abhängig von dem, der zuständig ist |
| 22 | erfüllt Vormundschaftsaufgaben, die man aber ablehnen kann |
| 23 | fördert Projekte |
| 24 | früher gab es wohl kein Jugendamt |
| 25 | gibt Adressen raus |
| 26 | gibt BaföG-Beratung |
| 27 | greift ein, wenn Eltern ihre Kinder schlecht behandeln |
| 28 | hab ich gute Erfahrungen mit gemacht |
| 29 | hat mir die Kinder weggenommen |
| 30 | hilft, wenn Jugendliche Probleme mit der Familie haben |
| 31 | hilft, wenn Jugendliche Probleme mit Drogen haben |
| 32 | ich bin zu alt dafür |
| 33 | ich gebe keinen Kommentar |
| 34 | ich habe keine Ahnung |
| 35 | ich habe keine Vorstellung |
| 36 | in finanziellen Dingen habe ich gute Erfahrungen gemacht |
| 37 | ist bürokratisch |
| 38 | ist für die Jugend da, für Erziehung und Probleme mit Eltern |
| 39 | ist für Kinder zuständig, die nicht gut behandelt werden |
| 40 | ist für Kinder zuständig, die zu Hause abhauen |
| 41 | ist für Kinder zuständig, die zu Hause nicht zurecht kommen |
| 42 | ist für Leute zuständig, die beim Ladendiebstahl erwischt werden |
| 43 | ist ganz gut |
| 44 | Jugendliche können sich da hin wenden |
| 45 | kann Kinder von den Eltern wegnehmen |
| 46 | kann man sich hinwenden, wenn man in Not ist |
| 47 | kenn ich nicht |
| 48 | kontrolliert gesetzliche Bestimmungen |
| 49 | kümmert sich -- hoffentlich -- um Jugendliche |
| 50 | kümmert sich nicht um die wichtigen Sachen |
| 51 | kümmert sich um Jugendliche, die es dringend nötig haben -- Alkohol |
| 52 | kümmert sich um Jugendliche, die es dringend nötig haben -- kriminelle Veranlagung |
| 53 | macht Freizeitangebote |
| 54 | macht gute Arbeit -- aber 100 Prozent |
| 55 | macht irgendwelche pro forma Sachen |
| 56 | macht Kinderbetreuung |
| 57 | macht nie etwas richtig |
| 58 | macht sicher nicht alles richtig |
| 59 | macht so wie so das Falsche |
| 60 | man erwartet immer mehr, als es tun könnte |
| 61 | man hofft ja, daß das Jugendamt was macht |
| 62 | man kann auch zu pro familia gehen |
| 63 | man muß immer erst Name und Anschrift sagen |
| 64 | man muß zum Jugendamt einen guten Draht haben |
| 65 | nimmt bei unklaren Familienverhältnissen Kinder weg |
| 66 | paßt auf Kinder aus gestörten Familien auf |
| 67 | paßt auf, daß Eltern ihre Kinder nicht überfordern |
| 68 | regelt Familienangelegenheiten |
| 69 | schaltet sich ein, bei nichtehelich geborenen Kindern |
| 70 | schaltet sich ein, wenn die Eltern der Aufsichtspflicht nicht nachkommen können |
| 71 | schaut nach, ob alles in den Familien in Ordnung ist |
| 72 | soll sich für die Jugend einsetzen, wenn irgend etwas ist |
| 73 | sollte eigentlich für Kinder da sein |
| 74 | sollte Geld gerechter verteilen |
| 75 | sollte sich um Jugendliche kümmern |
| 76 | steht zur Verfügung, wenn man sich bei den Eltern nicht aussprechen kann |
| 77 | tut jedenfalls nichts an der naheliegenden Gesamtschule |
| 78 | unternimmt was gegen Kindesmißhandlungen |
| 79 | veranstaltet Ferienprogramme |
| 80 | verfügt über Stadtteilzentren |
| 81 | vermittelt Anschriften und Beratungen bei Sorgen |
| 82 | vermittelt Tagesmütter vermitteln |
| 83 | vielleicht habe ich damit zu tun, wenn meine Enkel größer sind |
| 84 | wacht darüber, ob bei Adoptionen alles in Ordnung ist |
| 85 | wacht über die Jugend |
| 86 | wenn meine Freundin ein Kind kriegt, regelt es die Vaterschaftsanerkennung |
| 87 | wird automatisch eingeschaltet |
| 88 | würde es mehr Beschwerden geben, würde das Jugendamt auch mehr machen |
| 89 | Zeit totschlagen und Sprüche klopfen und letzteres auch nur vor den Wahlen |